Winterwandern und Hütten-Genuss: Tiroler Winterzauber erleben
Mehrtagestouren in den Bergen kennt jeder – aber vier Tage lang von Etappe zu Etappe durch die Alpen zu laufen? Für Trailrunning-Enthusiasten klingt das nach dem perfekten Abenteuer – und genau das bietet die Lowa Trail Trophy.
Die Naturparkregion Reutte war vom 14. bis 17. Mai 2026 gemeinsam mit dem Tannheimer Tal und Pfronten bereits zum zweiten Mal Gastgeber des besonderen Trailrunning-Events. Die grenzüberschreitende Strecke zwischen Tirol und dem Allgäu führte über 103 Kilometer und rund 5.500 Höhenmeter. Dank der hervorragenden Organisation mit Shuttleservice und Gepäcktransport zwischen den Etappenorten konnten sich die Teilnehmer voll und ganz auf das Rennen konzentrieren.
Rund 350 Teilnehmer erkundeten während der vier Tage die beeindruckende Bergwelt und abwechslungsreichen Strecken der Region. Von flowigen Trails über aussichtsreiche Panoramawege bis hin zu spannenden alpinen Passagen bietet die Region alles, was das Trailrunner-Herz begehrt, und präsentiert sich als wahres Trailrunning-Paradies.
Jeden Tag eine neue Etappe, neue Landschaften und neue Herausforderungen: Statt einer einzigen Ultrastrecke entsteht ein mehrtägiges Erlebnis, das Körper und Kopf gleichermaßen fordert. Dabei standen nicht nur sportliche Leistungen im Fokus, sondern auch das Bergerlebnis und die Gemeinschaft. Cheering Zones entlang der Strecke und gemeinsame Abendveranstaltungen sorgten für eine besondere Atmosphäre und machten die Lowa Trail Trophy zu einem echten Community-Erlebnis.
Ob ambitionierter Trailrunner oder Genussläufer – die Teilnahme war sowohl als Sololäufer für vier oder zwei Etappen als auch im Staffel-Format möglich. Gerade die Staffel machte das Event zum perfekten Aktivurlaub für Freunde, Paare oder Familien: Die Etappen konnten flexibel aufgeteilt und ideal mit gemeinsamen Erlebnissen in der Region kombiniert werden.
Für mich persönlich war nach meiner tollen Erfahrung beim Lechlauf im letzten Jahr schnell klar: Ich wollte unbedingt wieder an einem lokalen Rennen teilnehmen und die besondere Atmosphäre in meiner „Trainingsarena“ rund um Reutte erleben. Die Vorbereitung auf den Trails der Naturparkregion Reutte bot dafür perfekte Bedingungen.
Bereits einen Tag vor dem Start begann das Event mit einer Eröffnung inklusive Briefing und Abendessen in Pfronten. Dort erhielten alle Teilnehmer ihre Startnummern und Startpakete – die Vorfreude auf die kommenden Tage war deutlich spürbar.
22,2 km | 1.657 Höhenmeter
Die erste Etappe führte von Pfronten über den Breitenberg und weiter über den verschneiten Bösen Tritt. Über den Gräner Höhenweg vorbei an der Sebenalpe, dem Gamskopf und dem Füssener Jöchle ging es zur Füssener Hütte und schließlich nach einem letzten Anstieg zum Hallergernjoch und einem tollen Downhill ins Ziel nach Grän.
Panoramareiche Landschaften, Schnee, matschige Trails und technisch anspruchsvolle Passagen machten den Auftakt direkt zu einem echten Abenteuer.
28,4 km | 1.167 Höhenmeter
Von Grän führte die Strecke nach Tannheim und weiter hinauf zur Usseralpe. Nach einem traumhaften Downhill ins Strindental sorgte die Lowa Cheering Zone für extra Motivation. Über die Edenalpe, Krinnenalpe und den Meraner Steig ging es weiter Richtung Gaicht und schließlich bergab über den alten Gaichtpass ins Ziel nach Weißenbach am Lech.
Die zweite Etappe war technisch einfacher, verlangte mit ihrer Länge und den vielen laufbaren Abschnitten jedoch viel Ausdauer. Für die wunderschönen Ausblicke entlang der Strecke lohnte sich jedoch jeder einzelne Kilometer.
21,5 km | 970 Höhenmeter
Die dritte Etappe führte über meinen Hausberg, die Bergwelt Hahnenkamm, und war für mich ein echtes Highlight. Aufgrund von Schneefall wurde die Strecke angepasst und verkürzt. Über den alten Gaichtpass und die Schneetalalm ging es hinauf zum Tiefjoch, wo frischer Schnee und Nebel für eine mystische Stimmung sorgten. Später zeigte sich sogar die Sonne und verwandelte die verschneite Berglandschaft in ein beeindruckendes Panorama. Über die Lechaschauer Alm, Wängle, Lechaschau und entlang des Lechs führte die Strecke schließlich ins Ziel nach Reutte.
Am Abend wartete in der Burgenwelt Ehrenberg eine stimmungsvolle Veranstaltung mit Abendessen, Lowa Athletes Talk, Siegerehrung und dem Briefing für die letzte Etappe.
31,5 km | 1.492 Höhenmeter
Die letzte und zugleich längste Etappe startete in Reutte und führte entlang des Lechs zum Frauensee und weiter steil hinauf ins Sulztal. Nach dem Hahlejoch wartete ein technischer Downhill zur Musauer Alm, bevor es durch das Reintal weiter Richtung Füssener Hütte und zum Füssener Jöchle ging.
Der lange Downhill ab der Vilser Alm und die letzten Kilometer entlang des Vils-Flusses nach Pfronten wurden mit müden Beinen noch einmal zur echten Herausforderung – ein harter, aber würdiger Abschluss der Trophy. Für zusätzliche Motivation auf den letzten Kilometern sorgte der Kaiserschmarrn, der bereits im Ziel auf uns wartete.
Im Ziel in Pfronten angekommen, überwältigten uns nach vier intensiven Tagen die Emotionen – was für ein unglaubliches Erlebnis!
Die Bedingungen waren alles andere als einfach für ein Trailrunning-Rennen: Schnee, Matsch, rutschige Trails und sogar Hagel machten die Trophy besonders herausfordernd. Frühling im Tal, Winter am Berg. Doch genau das ist Teil der Faszination des Trailrunnings – oder wie man so schön sagt: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.
Aufgrund des wechselhaften Wetters musste die Strecke mehrfach angepasst werden. Dennoch leisteten die Veranstalter großartige Arbeit und fanden immer wieder wunderschöne und sichere Routen. Ein großes Dankeschön gilt daher allen Organisatoren, Helfern und dem Medical Team, die mit ihrem Einsatz für ein sicheres und rundum gelungenes Event sorgten.
Trotz der schwierigen Bedingungen war die Stimmung entlang der Strecke großartig. Strahlende Gesichter auf den Trails und begeisterte Zuschauer sorgten bei jeder Etappe für zusätzliche Energie. Gratulation an alle Teilnehmer, die sich durch jede Herausforderung kämpften und das Ziel mit einem Lächeln erreichten.
Ich selbst finishte die Lowa Trail Trophy als sechstschnellste Frau meiner Altersklasse und achtschnellste Frau gesamt – ein Ergebnis, das meine Erwartungen weit übertroffen hat. Die Lowa Trail Trophy war für mich eine unvergessliche Erfahrung – sportlich genauso wie landschaftlich. Denn auch wenn man die Trails kennt: Die Berge zeigen jeden Tag ein neues Gesicht.
LECHLAUF GOES ULTRA!
Nach dem Erfolg dieser Veranstaltung ist die nächste Herausforderung bereits in meinem Kalender markiert: Der Lechlauf startet am 19. September 2026 mit neuen Routen und einem besonderen Highlight – dem Ultra-Trail über 50 Kilometer und mehr als 3.100 Höhenmeter.
Wer kürzere Distanzen bevorzugt, findet ebenfalls passende Strecken für jedes Leistungsniveau. Trailrunning in der Naturparkregion Reutte ist mehr als nur Sport – es ist Abenteuer, Herausforderung und Naturgenuss zugleich.
Verfasst von:
Anna