Der selige Bruder Ulrich

Im Jahre 1380 starb in Musau der fromme Klausner Ulrich. In einer angeblich lateinischen Urkunde in Füssen steht: „Im Hoheneckischen Unterstandsbezirk Musau ließ sich Bruder Ulrich, des als Pilger kam, nieder, lebte in der stillen Einsamkeit und widmete sich den Werken der christlichen Nächstenliebe. Er war ein Wohltäter und Friedensbote der Gegend, er war (wie es in der Chronik des P. Plazidus Keller heißt) ein büßender Ritter.“ Aus seinem Leben und seiner stillen Umgebung seien nur ganz wenige Überreste vorhanden: ein Stock aus Schwarzdorn mit einer eisernen Spitze und eine hölzerne Wasserflasche. Früher waren auch noch sein Hut sowie die Bettstatt, in der er starb, vorhanden…

Als dieser fromme Einsiedler auf dem Totenbett lag, es war tiefer Winter, kam ihn einmal die Lust an, Erdbeeren zu essen. Als die Anwesenden diesen ungeziemenden Wunsch ablehnten, rügte er sie wegen ihrer Kleingläubigkeit und schickte sie auf den nächstgelegenen Hügel. Tatsächlich fanden sie dort, mitten im Eis und Schnee, frische Erdbeeren. Noch heute heißt jene Erhebung wegen dieses Wunsches „Beerbichl“.

Der Tod nahte und Bruder Ulrich teilte seinen letzten Wunsch mit: Man möge seinen Leichnam auf einen Wagen legen, zwei unabgerichtete junge Stiere daranspannen und ihn dort, wo diese ihn hinziehen, begraben. Als er gestorben war, legte man den Leichnam auf einen Wagen und spannte zuerst zwei zahme Ochsen davor, die schon öfters gezogen hatten. Erst als diese das Gefährt nicht von der Stelle bringen konnten, spannte man junge Stiere an. Diese zogen zur Verwunderung aller den Wagen durch den Lech und auf den Hügel, wo die heutige Pinswanger Kirche steht. Dort blieben sie wie angewurzelt stehen und waren nicht von der Stelle zu bringen. Man nahm den Toten vom Wagen und begann, ein Grab zu schaufeln. Da geriet man an einen großen Stein, unter dem sich eine mannslange Grube befand. Darin wurde der selige Ulrich bestattet.

Der Wächter der Kniepaßschanze sah in der Nacht an diesem Grab immer zwei Lichtlein brennen. Dies soll der Anlass gewesen sein, dem Verstorbenen eine eigene Gruft zu bauen, wo er heute noch ruhen soll. Auch in dieser Grabkammer soll man öfters zwei Kerzenlichter brennen gesehen haben. Eifrig besuchte das Volk seine Grabstätte. Im Laufe der Zeit geschahen dort mehrere Wunder und die wunderlichsten Dinge. Eine Kapelle wurde erbaut und wegen des großen Andranges bald vergrößert. Heute beherrscht die sakrale Schönheit der barocken Pfarrkirche von Pinswang wohltuend die landschaftliche Szenerie.

Der Salige Bruder Ulrich
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